
Die Inlinersanierung gehört zu den modernsten Verfahren der grabenlosen Rohrsanierung und wird zunehmend bei beschädigten Abwasser- und Kanalleitungen eingesetzt. Statt Rohre aufwendig freizulegen und auszutauschen, wird das bestehende Rohr von innen saniert. Das spart Zeit, Kosten und vermeidet große Baustellen. Doch wie genau funktioniert die Inlinersanierung und wann kommt sie zum Einsatz?
Was ist eine Inlinersanierung?
Die Inlinersanierung – auch als Schlauchlining oder Rohrinnensanierung bekannt – ist ein Verfahren, bei dem ein flexibler, mit Harz getränkter Schlauch in ein beschädigtes Rohr eingebracht wird. Dieser sogenannte Inliner passt sich der bestehenden Rohrstruktur an und wird anschließend ausgehärtet. So entsteht ein neues, stabiles Rohr im Inneren des alten Rohrs.
Das Verfahren eignet sich besonders für Abwasserleitungen, Regenwasserkanäle und teilweise auch für industrielle Rohrsysteme.
Ablauf der Inlinersanierung
Der Prozess der Inlinersanierung erfolgt in mehreren klar definierten Schritten:
- Rohrinspektion und Reinigung
Zunächst wird die Leitung mithilfe einer Kamerainspektion überprüft. Anschließend erfolgt eine gründliche Reinigung, um Ablagerungen, Schmutz und Hindernisse zu entfernen. - Vorbereitung des Inliners
Der textile Schlauch wird mit einem speziellen Kunstharz getränkt. Dieses Harz härtet später aus und bildet die neue Rohrinnenwand. - Einbringen in die Leitung
Der Inliner wird in das beschädigte Rohr eingezogen oder eingestülpt. Dabei passt er sich exakt dem Verlauf der bestehenden Leitung an. - Aushärtung
Je nach Verfahren erfolgt die Aushärtung durch Warmwasser, Dampf oder UV-Licht. Dadurch verbindet sich der Inliner dauerhaft mit der Rohrinnenwand. - Abschluss und Kontrolle
Nach der Aushärtung wird die Leitung erneut inspiziert und auf Dichtigkeit geprüft. Anschlüsse werden wieder geöffnet und das System ist sofort einsatzbereit.
Vorteile der Inlinersanierung
Die Inlinersanierung bietet zahlreiche Vorteile gegenüber herkömmlichen Sanierungsmethoden:
- Keine aufwendigen Erdarbeiten notwendig
- Deutlich kürzere Sanierungsdauer
- Geringere Kosten im Vergleich zum Komplettaustausch
- Minimale Beeinträchtigung von Gebäuden und Außenanlagen
- Hohe Lebensdauer des sanierten Rohrsystems
- Geeignet für schwer zugängliche Leitungen
Durch diese Eigenschaften hat sich das Verfahren besonders in der modernen Gebäudesanierung etabliert.
Wann ist eine Inlinersanierung sinnvoll?
Eine Inlinersanierung eignet sich vor allem bei:
- Rissen und Undichtigkeiten im Rohrsystem
- Korrosionsschäden
- Leichten bis mittleren strukturellen Schäden
- Wurzeleinwuchs in Abwasserleitungen
- Alternden Rohrsystemen ohne vollständigen Kollaps
Wichtig ist, dass das bestehende Rohr noch statisch ausreichend intakt ist, da die Inlinersanierung kein komplett zerstörtes Rohrsystem ersetzt.
Grenzen des Verfahrens
Trotz vieler Vorteile hat die Inlinersanierung auch Grenzen. Bei stark eingestürzten oder vollständig zerstörten Leitungen ist ein klassischer Austausch oft unvermeidbar. Auch stark verengte oder mehrfach falsch verlaufende Leitungen können die Anwendung erschweren.
Fazit
Die Inlinersanierung ist eine effiziente, moderne und wirtschaftliche Methode zur grabenlosen Rohrsanierung. Sie ermöglicht die schnelle Instandsetzung beschädigter Leitungen ohne große Bauarbeiten und trägt dazu bei, Kosten und Aufwand erheblich zu reduzieren. Für viele Immobilienbesitzer und Unternehmen stellt sie daher eine attraktive Alternative zur klassischen Rohrsanierung dar.
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